Die Selbsthilfegruppe wird gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände in Bayern 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir helfen mit mehr als einem Lächeln
Bayerische Staatsministerium
Bayerische Staatsministerium

 

 

 

 

 

 

Unsere kleine § Hilfe

In Sachen Recht bekommen und recht habe ist das immer so eine Auslegungssache. Wir möchten auf dieser Seite einige Hilfestellungen geben so das Sie auch zu ihrem Recht kommen, was ihnen auch zusteht.

 

 

 

Gröhe: „Zeitgemäße Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln"

Bundestag berät Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung  

Der Deutsche Bundestag wird heute das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG) in 2./3. Lesung beraten. Die Regelungen des HHVG sollen ganz überwiegend im März 2017 in Kraft treten.  

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „In einer älter werdenden Gesellschaft wird die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln immer wichtiger. Versicherte müssen die richtigen Hilfen erhalten, um ihren Alltag trotz Einschränkungen möglichst selbstbestimmt bewältigen zu können – dazu zählen etwa Inkontinenzhilfen und Prothesen, Rollstühle und Hörgeräte.......... weitere Infos als Download

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Hilfsmittel Kassen
Hilfsmittel Kassen.pdf [ 298.8 KB ]

 

 

 

DER FALL DES MONATS

VORBILD NATUR: SICHERHEIT UND EFFIZIENZ

ALS HERAUSFORDERUNGEN AN PASSTEILE

Mobilität ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Somit duldet die Beseitigung oder zumindest

Milderung von körperlichen Einschränkungen in unserer schnelllebigen Zeit keinen Aufschub.

Philosophie ist, die Mobilität und damit die Lebensqualität durch Entwicklung sicherer und funktionaler

Prothesen zu verbessern. Die Vielzahl verschiedener Passteile sowie unterschiedlichste

Anforderungen der Anwender an ihre Prothesenversorgung stellen uns Orthopädietechniker oft vor

große Herausforderungen. Die Vielseitigkeit moderner Passteilkomponenten stellt hinsichtlich

Indikation und definierten Mobilitätsklassen eine weitere Herausforderung dar.

 

 

 

 

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ORTHOPÄDIE AKTUELL · AUSGABE 01/2017

 

 

 

SELBSTSTÄNDIGKEIT

IM BLICK

So funktioniert das neue Begutachtungsinstrument

in der Pflegeversicherung

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Hier ist Platz für eine Beschreibung

 

 

 

 

Diabetischer Fuß

DDG: Zu viele Amputationen

19.02.2016

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com
Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

 

In Deutschland werden zu viele Füße in Folge einer Diabeteserkrankung amputiert. Um die Amputationszahlen zu senken, fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein obligatorisches Zweit meinungsverfahren vor einem solchen Eingriff.

Zugleich sind andere Vergütungsstrukturen notwendig, erklärten Experten auf der Jahrespressekonferenz der DDG, bei der die Qualität der Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes im Mittelpunkt steht. Für den Erhalt der Extremitäten müsse es einen Bonus geben, da eine solche Behandlung mit längeren Liegezeiten und damit mehr Aufwand als bei einer Amputation verbunden ist.

Etwa 50.000 Füße werden jährlich in Deutschland als Folge einer Diabeteserkrankung amputiert – alle 15 Minuten verliert ein Mensch eine Extremität. „Diese Zahl ist, auch im internationalen Vergleich, viel zu hoch“, stellt Professor Dr. med. Ralf Lobmann fest, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der DDG. Die Häufigkeit ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. „Zum einen kommen viele Patienten mit schlechtheilenden chronischen Fußwunden zu spät in spezialisierte Zentren, oft erst nach zwölf Wochen und später“, so Lobmann. In den Zentren können inter disziplinäre Expertenteams aus Diabetologen, Gefäßchirurgen, Orthopäden, Podologen und Schuhmachern eine große Bandbreite an Therapien und Maßnahmenausschöpfen, um eine Amputation zu vermeiden.

Zahlen belegen dies. „Während die Rate von Majoramputationen, also Abtrennungen des Fußes oberhalb des Knöchels, in spezialisierten Zentren bei 3,1 Prozentliegt, beläuft sich die Quote in der Allgemeinversorgung auf zehn bis zwanzig Prozent“, erläutert Lobmann. Eine Majoramputation zu vermeiden, ist jedoch oberstes Gebot bei der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Denn das Ausmaß der Extremitäten-Entfernung hat Auswirkungen auf die Lebenserwartung – nur ein Viertel der Patienten überlebt nach einer Majoramputation fünf Jahre, bei der Abtrennung von Fußteilen unterhalb des Knöchels („Minoramputation“) sind es dagegen 80 Prozent. „Daher fordern wir vor einer Amputation das obligatorische Einholen einer qualifizierten Zweitmeinung“, betont der DDG Experte. Ähnliche Regelungen gibt es etwa auch in Holland, wo Diabetespatienten mit schlechtheilenden Wunden, die länger als fünf Wochen bestehen, in spezialisierten Zentren behandelt werden müssen.

Eine weitere Ursache für die hohe Amputationsrate in der Bundesrepublik liegt nach Ansicht der Fachgesellschaft im derzeitigen Vergütungssystem begründet. „Hierbestehen finanzielle Fehlanreize, die wir beseitigen möchten“, erläutert Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Eine Amputation ist vergleichsweise auskömmlich finanziert. Doch Behandlungen, die dem Erhalt der Extremität dienen, sind häufig langwierig und mit Klinikaufenthalten von bis zu40 Tagen verbunden. „Dieser Aufwand bildet sich in der Vergütung bisher nicht ab“, kritisiert Gallwitz. „Wir schlagen daher einen Bonus für die Rettung des Fußes vor.“

Das diabetologische Fußsyndrom ist eine der häufigen Folgen einer Diabetes-Erkrankung – jedes Jahr erkranken etwa 250 000 Patienten daran. Es ist der häufigste Grund für eine Amputation. „Der Umgang mit dem diabetologischen Fußsyndrom in unserem Gesundheitswesen ist symptomatisch für die Finanzierung der gesamten Diabetologie“, sagt Lobmann. „Sie betreibt im Umgang mit häufigmultimorbiden Patienten einen hohen Aufwand, ist aber nur unangemessen finanziert.“

Die DDG setzt sich seit Jahren dafür ein, die Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes zu verbessern. Das gilt auch für die Patienten mit einem diabetologischen Fußsyndrom. Dessen erste Anzeichen sind Taubheitsgefühle, Kribbeln, Brennen und Stechen, das an den Zehen beginnt. Betroffene, die vor einer Amputation stehen, können sich an Spezialzentren wenden, die von der DDG zertifiziert worden sind. Aktuell zählen dazu 201 ambulante und 78 stationäre Einrichtungen, gelistet unter
http://www.ag-fuss-ddg.de.

Quellen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

 

 Diabetes: Amputation der Füße ist häufig vermeidbar

50.000 Fußamputationen bei Diabetikern pro Jahr sind aus Expertensicht zu viel – auch im internationalen Vergleich. Das sagte heute Professor Ralf Lobmann von der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin. Viele Fußamputationen seien vermeidbar. Zur Senkung der Zahlen müsse ein verpflichtendes Verfahren eingeführt werden, bei dem eine Zweitmeinung eingeholt wird.

Ursache für das Amputieren sei, dass viele Menschen mit schlecht heilenden Wunden erst nach drei Monaten oder später in eines der Spezialzentren kämen. Dort lasse sich die OP häufiger abwenden. Es gebe aber auch finanzielle Fehlanreize: Während eine Amputation «auskömmlich finanziert» sei, werde der aufwendigere Erhalt des Fußes nicht ausreichend gut vergütet. DDG-Präsident Baptist Gallwitz sprach sich für Bonuszahlungen aus, wenn Füße gerettet werden.

Häufigster Grund für Amputationen ist den Angaben zufolge das diabetische Fußsyndrom, eine Komplikation, an der pro Jahr 250.000 Menschen erkranken. Der erhöhte Blutzucker bei Diabetikern kann zu Nervenschäden führen, sodass selbst kleinste Verletzungen nicht rechtzeitig wahrgenommen werden und chronische Wunden entstehen. Die Heilung ist bei Diabetes ebenfalls beeinträchtigt.
 

 

Behinderung


©Querschnitt/pixelio.de
©Querschnitt/pixelio.de

Behindertenparkplätze nur für Menschen mit starker Gehbehinderung- LSG Stuttgart: Platzbedarf beim Ein- und Aussteigen reicht nicht Menschen,die wegen einer Behinderung viel Platz zum Ein- und Aussteigen aus ihrem Autobenötigen, dürfen deswegen noch nicht die Behindertenparkplätze nutzen. Dieseseien Menschen vorbehalten, die besonders schwer laufen können, wie dasLandessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg in einem am Samstag, 24. August2013, veröffentlichten Urteil entschied(Aktenzeichen: L 6 SB 5053/12).

Es wies damit einen Mann aus Baden-Württemberg ab, derdas Merkzeichen aG (außergewöhnliche Gehbehinderung) in seinen Behindertenausweiseingetragen haben wollte. Zur Begründung verwies er auf Schmerzen beim Gehennach mehreren Hüftoperationen. Zudem müsse er spezielle orthopädische Schuhetragen. Mit diesen Schuhen könne er nur bei weit geöffneter Autotür in seinFahrzeug ein- und aussteigen. Daher sei er auf die breitenBehindertenparkplätze angewiesen. Doch die Einschränkungen beim Gehen reichtennach Einschätzung des LSG für das Merkzeichen aG nicht aus. Dass der Mann nacheigenem Bekunden auf weitgeöffnete Autotüren angewiesen ist, rechtfertigeebenfalls das begehrte Merkzeichen nicht. Es sei hierfür schlicht nichtgedacht, erklärte das LSG in seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteilvom 20. Juni 2013. Das Recht auf Nutzung der Behindertenparkplätze diene dazu,"einen behinderten Menschen wegen der Beeinträchtigung seiner Gehfähigkeitmöglichst nahe an sein Ziel fahren zu lassen".

 

  

Diabetes

Was die Wundheilung stört

 

US-amerikanische Forscher haben einen Mechanismus entdeckt,der die Wundheilung bei Diabetikern stört: ein hochreguliertes körpereigenesAbwehrsystem gegen Krankheitserreger. Wird es ausgeschaltet, verbessert sichdie Wundheilung bei diabetischen Mäusen. Das berichten die Forscher um Siu LingWong vom Boston Children’s Hospital in Boston, Massachusetts, im Fachjournal«Nature Medicine».

Bei Verletzungen der Haut wird eine Reihe von Prozessenangestoßen, um die Blutung zu stoppen, Infektionen zu unterdrücken und denHeilungsprozess einzuleiten. Um Krankheitserreger unschädlich zu machen, stoßenhierbei neutrophile Granulozyten ihr eigenes Chromatin (bestehend aus der DNAder Zellen und assoziierter Proteine wie Histone) aus, das in der Wunde einNetz bildet, in dem sich die Pathogene verfangen.

Diese als NET (neutrophil extracellular traps) bezeichnetenNetze scheinen bei Diabetikern verstärkt produziert zu werden. So entdecktendie Forscher um Wong, dass die Neutrophilen von Typ-1- und Typ-2-Diabetikerneine viermal höhere Konzentration des Schlüsselenzyms der NET-Produktion, PAD4,aufweisen als von Stoffwechselgesunden. Diabetische Mäuse bildeten in ihrenWunden entsprechend mehr Netze als Kontrolltiere. Bei ihnen war die Wundheilunggestört. Die Forscher vermuten, dass die Netze die Einwanderung neuerHautzellen behindern. Bei gentechnisch veränderten Mäusen, die kein PAD4produzieren können, verlief die Wundheilung dagegen auch bei diabetischenTieren normal.

Die Erkenntnisse bieten mögliche Therapieansätze. DieBehandlung mit DNAse1, einem DNA-spaltenden Enzym, verbesserte die Wundheilungim Tierversuch. Eine Variante des Enzyms, der Wirkstoff Dornase alfa(Pulmozyme®), ist bereits zur Therapie von

Mukoviszidose zugelassen und könnte daher rasch inklinischen Studien getestet werden. (ch)

 

 

Medizin

Warum Wunden bei Diabetikern schlechter heilen

Dienstag, 16. Juni 2015

 

dpa
dpa

Boston – Ein Abwehrmechanismus, der normalerweiseKrankheitserreger beseitigt, stört bei Diabetikern offenbar die Wundheilung.Dies geht aus tierexperimentellen Studien in Nature Medicine (2015; doi:10.1038/nm.3887) hervor, die Ansatzpunkte für eine verbesserte Behandlung vonWundheilungsstörungen bei Diabetikern bieten.

Neutrophile Granulozyten gehören zur vordersten Front derImmunabwehr gegen Krankheitserreger. Die Zellen können Krankheitserreger„fressen“ (Phagozytose). Sie können aber auch Netze auswerfen, um die Bakterienzu fangen. Diese „neutrophil extracellular traps“ (NET), die erst vor einigenJahren entdeckt wurden, bestehen aus der DNA der Granulozyten. Sie bilden inder Wunde ein feines Netzwerk, in denen sich Bakterien verfangen, Diese werdendann im NET von Histon-Proteinen abgetötet und von Proteasen in Einzelteilezerlegt.

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Doch die Abwehrstrategie NET ist für den Körper nichtungefährlich. NET geht mit allgemeinen Entzündungsreaktionen einher, die nachEinschätzung von Denisa Wagner vom Boston Children's Hospital das Risiko vonHerzinfarkten und Venenthrombosen erhöhen, Erkrankungen, an denen Diabetikerhäufiger als andere Menschen leiden.

Die Forscherin kann in Laborexperimenten zeigen, dass sichdie neutrophilen Granu¬lozyten von Patienten mit Typ 1 und Typ 2-Diabetesleichter als bei anderen Menschen zur Bildung von NET aktivieren lassen. Dabeikommt es zu einem Anstieg des Enzyms PAD4, das in den Granulozyten die Bildungvon NET fördert.

Tierexperimentelle Studien bestätigen diese Beobachtung.Diabetische Mäuse bildeten in Wunden mehr NET als Mäuse mit normalemBlutzucker. Die Wundheilung war dann beeinträchtigt. Fehlte den Mäusen das Genfür PAD4, dann ging ein Diabetes nicht mit einem Anstieg der NET einher, und –was entscheidend ist – die Wundheilung war nicht behindert.

zum Thema

•    Abstractder Studie in Nature

•    Pressemitteilungdes Boston Children's Hospital

Aus der Studie ergeben sich gleich zwei möglicheTherapieansätze. Zum einen könnte versucht werden, die Wundheilung durch Enzymezu fördern, die die NET-Bildung behindern. Bei den Versuchstieren gelang diesdurch eine intravenöse oder intraperitoneale Behandlung mit Dornase alfa.

Das Enzym, das DNA auflöst, beschleunigte die Wundheilungder diabetischen Mäuse. Nach drei Tagen waren die Wunden um 20 Prozent kleinerals bei unbehandelten Versuchstieren. Ob die Behandlung effektiv wäre, wenn sie– wie in der therapeutischen Situation – erst nach der Wundentstehung begonnenwird, ist unklar. Ebenso fehlen Ergebnisse zu einer lokalen Wundbehandlung.

Die Studie könnte jedoch klinische Studien zu dieser Frageanregen, zumal Dornase alfa als Medikament zur Behandlung der Mukoviszidosezugelassen ist und deshalb keine weiteren tierexperimentellen Sicherheitstestsmehr durchgeführt werden müssten. Der zweite Ansatz, der noch entwickelt werdenmüsste, wäre ein Wirkstoff, der das Enzym PAD4 ausschaltet. Zu denNebenwirkungen der beiden Therapien könnte ein erhöhtes Infektionsrisikogehören, da mit den NET ein wichtiger Abwehrmechanismus gegen Krankheitserregerausgeschaltet würde. Bei einer lokalen Anwendung könnte das Risiko kalkulierbarsein.

© rme/aerzteblatt.de

 

Fortschritt in der Prothesenforschung

Erster Mensch mit fühlender Beinprothese

11.06.2015

 

Foto: Hubert Eggert
Foto: Hubert Eggert

Einem österreichischen Forscherteam ist es gelungen,erstmals einem Menschen eine fühlende Beinprothese anzupassen. DasStudienergebnis zeigt: Die Sicherheit bei der Bewegung wird erhöht und dieProthese stärker als eigene Gliedmaße empfunden.

Der Prothetik-Experte Dr. Hubert Egger, Professor an derFachhochschule Oberösterreich, hat nach jahrelangen Forschungsstudien erstmalserfolgreich einem Menschen eine fühlende Prothese angepasst. Aufgrund derneuronalen Verbindung fühlt der Patient an der Sohle des Prothesenfußes underkennt so die Beschaffenheit des Bodens sowie Hindernisse besser. Damit wirddie Sturzgefahr beim Gehen reduziert. Der wiederhergestellteInformationstransfer trägt auch zur natürlicheren Integration der Prothese indas Körperbild des Patienten bei und hat inzwischen zum gänzlichen Verschwindenseiner jahrelangen Schmerzen geführt.

An der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive undÄsthetische Chirurgie in Innsbruck, Kooperationspartner der FachhochschuleOberösterreich, wurde von Dr. Eva-Maria Baur und Dr. Thomas Bauer einselektiver Nerventransfer - Targeted Sensory Reinnervation (TSR) - am Patientendurchgeführt. Dabei wurden sensorische Nervenenden der ursprünglich gesundenFußsohle als Überträger der Druckempfindung von der Prothesensohle reaktiviert.Zusätzlich war die Indikation für die Operation möglichst schmerzhafteNervennarben (Neurom) durch die Umleitung der Nerven positiv zu beeinflussen.Das Studienergebnis hat gezeigt: Das Leben von Menschen mit Amputationen kanndeutlich erleichtert werden. Die von der Universitätsklinik Innsbruck auchzukünftig unterstützte Methode der Targeted Sensory Reinnervation (TSR) könntefür viele Betroffene ein Ende der Phantomschmerzen bedeuten, indem diekünstliche Gliedmaße der verlorenen natürlichen Gliedmaße ein Stück näherkommt.

Der Initiator des Forschungsprojektes, Hubert Egger, warauch leitend an der Entwicklung eines Prototyps der gedankengesteuerten undfühlenden Armprothese beteiligt. Die Armprothese (Mind-controlled prostheticarm) hat in den USA im Jahr 2014 die Zulassung der FDA (Food and DrugAdministration) erhalten.

Quellen: Institutfür Prothetik / University of Applied Sciences Upper Austria

 

Anspruch auf Prothesenschaft aus Polytol

Datum:06.08.2014 Gerichtsurteile Ratgeber Recht

Amputierte Kassenpatienten haben Anspruch auf Versorgung miteinem Prothesenschaft aus dem Werkstoff Polytol.

Dortmund/Gütersloh, 30.07.2014. Das entschied dasSozialgericht Dortmund nach mündlicher Verhandlung auf Grundlage eines medizinischenSachverständigengutachtens. Die Klägerin ist hüftamputiert und beantragte überihr Sanitätshaus eine Beinprothese mit einem Schaft aus Polytol, da der Werkstofffür sie Vorteile durch bessere Haftung und insbesondere bessere hygienischeEigenschaften zur Vermeidung von Hautirritationen im Amputationsbereichaufweist. Da der Werkstoff erheblich teurer ist, verwies die Kasse unter Bezugnahmeauf das Wirtschaftlichkeitsgebot auf eine günstigere Versorgungsart ausherkömmlichem Material. Der Sachverständige bezeichnete den Werkstoff aufgrundder erheblichen Vorteile jedoch als wichtige Innovation in der Orthopädietechnikund bezeichnete die Verwendung von Polytol als medizinisch notwendig. So standes zur Überzeugung des Gerichtes fest, dass kein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsprinzipder gesetzlichen Krankenkasse festzustellen sei, da sich der medizinischeNutzen auf das gesamte Alltagsleben der Prothesenträgerin auswirke und kein günstigererWerkstoff den gleichen medizinischen Erfolg verspreche.

 

Sozialgericht Dortmund Urteil vom 30.07.2014

Az. S 8 KR 1016/10 (nicht rechtskräfig)

Quelle: Ralf Müller Rechtsanwalt Fachanwalt für MedizinrechtFachanwalt für Sozialrecht    

 

Ehrenamt oder Minijob?

Spätestens seit Einführung des Mindestlohns stellen sichviele Vereine die Frage, was Ehrenamt und was Beschäftigung ist. Wer istArbeitnehmer und wer nicht? Wurde zu Unrecht eine Beschäftigung vermutet,können Beitragserstattungen möglich sein.

Die Frage, ob eine Person zur Sozialversicherung zu meldenist und Beiträge zu zahlen sind, orientiert sich am Status dieser Person. Dahermuss geprüft werden, ob die Art der Tätigkeit die Voraussetzungen für eineabhängige Beschäftigung erfüllt. 

 

Wesen der ehrenamtlichen Tätigkeit

Eine echte ehrenamtliche Tätigkeit stellt keineBeschäftigung im Sinne der Sozialversicherung dar. Von einer ehrenamtlichenTätigkeit ist immer dann auszugehen, wenn sie nicht von der Erwartung eineradäquaten finanziellen Gegenleistung, sondern von dem Willen geprägt ist, sichfür das Gemeinwohleinzusetzen. Liegt diese Voraussetzung vor, sind auchAufwandsentschädigungen für mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten, unabhängig vonihrer Höhe, unschädlich.(Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses fürArbeit und Soziales, BT-Drucksache 18/2010 v. 02.07.2014)

Im Gegensatz zur ehrenamtlichen Tätigkeit ist dieBeschäftigung von der persönlichen Abhängigkeit des Arbeitnehmers vomArbeitgeber geprägt. Dies drückt sich nicht zuletzt auch durch die angemesseneEntlohnung der erbrachten Arbeitsleistung aus.

Selbstwenn die Voraussetzungen für eine abhängigeBeschäftigung erfüllt sind, liegt nicht zwangsläufig auch eine meldepflichtigeBeschäftigung vor. In der Sozialversicherung bleiben steuerfreieAufwandsentschädigungen unberücksichtigt und stellen kein Arbeitsentgelt dar.Hierzu gehört die sogenannte Ehrenamtspauschale bis zu einem Betrag von 720 EURim Jahr (bzw. 60 EUR monatlich) oder die Übungsleiterpauschale bis zu einerHöhe von 2.400 EUR im Jahr (bzw. 200 EUR monatlich). Erst die diese Grenzwerteübersteigenden Zahlungen sind Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherungund somit zur Sozialversicherung zu melden bzw. zu verbeitragen. Unabhängig davon, ob eine ehrenamtliche Tätigkeit alsabhängige Beschäftigung behandelt wurde oder eine abhängige Beschäftigung alsehrenamtliche Tätigkeit, müssen Korrekturen er folgen. Die Notwendigkeit der Meldung und der Beitragszahlung füreine irrtümlich als ehrenamtliche Tätigkeit behandelte Beschäftigung wird inder Regel spätestens der Betriebsprüfdienst der Rentenversicherung feststellen.In diesem Fall muss der Verein unter Umständen Sozialabgaben für bis zu vierJahre nach zahlen. Hin zu kommen die Abgaben des laufenden Jahres. Im umgekehrten Fall der fehlerhaften Behandlung einerehrenamtlichen Tätigkeit als Beschäftigung ergibt sich hingegen einErstattungsanspruch. Dieser ist bei Minijobs gegenüber der Minijob-Zentralebzw. bei mehr als geringfügiger Beschäftigung bei der zuständigen Krankenkassegeltend zu machen. Dies erfolgt in der Regel schriftlich unter Verwendung deseigens

hierfür entwickelten Antragsformulars derSpitzenorganisationen der Sozialversicherung. Für nicht länger als sechs Monatezurückliegende Zahlungen kann der Arbeitgeber auch eine Verrechnung der zuUnrecht gezahlten Beiträge mit der laufenden Beitragszahlung vornehmen.Erstattungsansprüche, die nicht innerhalb von vier Jahren geltend gemachtwerden, verjähren.

 

BVMED-PRESSEMELDUNG

28/15Donnerstag, 09.04.2015

BVMed-Broschüre "Einsatz von  hydroaktiven Wundauflagen" neu aufgelegt

Berlin | Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat  die Informationsbroschüre zur Wundversorgung mit dem Titel "Wirtschaftlichkeit und Gesundheitspolitik: Einsatz vonhydroaktiven  Wundauflagen"aktualisiert und neu aufgelegt. Die Broschüre führt in die  wichtigsten sozialversicherungsrechtlichen, medizinisch-pflegerischen und wirtschaftlichen Aspekte der Wundversorgung ein. Sie wurde vom  BVMed-Fachbereich "ModerneWundversorgung" (FBMW) erarbeitet. Die Broschüre kann unter www.bvmed.de/broschuere-wundversorgung  kostenpflichtig bestellt oder kostenfreielektronisch heruntergeladen werden.

Neu aufgenommen wurden Informationen zu Modellvorhaben zurÜbertragung ärztlicher Tätigkeiten an Pflegepersonal nach § 63 Abs. 3c SGB Vund zur  Delegation ärztlicher Leistungenan nichtärztliches Personal in der ambulanten Versorgung sowie Informationen zur Metaanalyse von Prof. Dr.Matthias Augustin,  die die bestehendeEvidenz bestätigt und die besseren Heilungschancen durch  hydroaktive Wundauflagen belegt. Neuaufgenommen wurden auch ein Abkürzungsverzeichnis und Glossar zur Wundversorgung sowie die Anhänge  "EBM-Ziffern Wundbehandlungmit Leistungsinhalt" und  "GOÄ-GebührensätzeWundversorgung".

Für den Einsatz hydroaktiver Wundauflagen haben Fachgesellschaften,  Krankenkassen undExpertengremien bereits Richt- und Leitlinien verabschiedet,  die deren Einsatz als anerkannten Stand derWissenschaft belegen und fordern.  DieMetaanalyse des Teams von Prof. Dr. Matthias Augustin aus dem Jahr 2013  zeigt zudem klar eine statistisch signifikanteüberlegene Wirksamkeit von  modernen Wundauflagen im Vergleich zu konventionellen Wundauflagen bei  Patienten mit chronischen Wunden.

In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen anchronisch offenen  Wunden. Neben Ulcuscruris, Dekubitus und dem Diabetischen Fuß gibt es  zahlreiche weitere Indikationen, die eineVersorgung mit hydroaktiven  Wundauflagenbenötigen. Am Beispiel Diabetischer Fuß zeigen sich die Folgen unzureichender Wundversorgung. Diese Krankheitführt  allein in Deutschland zu jährlichrund 60.000 Amputationen. Diese Amputationen sind in der Folge mit hohen Kosten für die weitereVersorgung  der Patienten verbunden. Mehrals ein Drittel der amputierten Patienten weisen ein hohes Risiko auf, zum Pflegefall zu werden.

"Insgesamt führt eine unzureichende Versorgungvon chronischen Wunden zu  längeren Behandlungszeitenfür die Patienten, verminderter Lebensqualität und  Schmerzen, Polymedikation durch zusätzlicheSchmerzmittel, dadurch bedingte Mehrkosten für das Gesundheitssystem und durch den damitverbundenen  Arbeitsausfall, schließlichzu vermeidbaren volkswirtschaftlichen Schäden", so die Autoren in ihrem Vorwort. Bei der Entscheidung fürdie  Auswahl der Wundtherapie stündenimmer noch zu oft die Materialkosten pro Verband (Stückkosten), statt der Betrachtung der Gesamtkosten derBehandlung,  im Vordergrund, so die Kritik der Experten.